Menu

Übersicht: Zellzählung und Geräte zur Zählung von Zellen (Counter)

Zählen oder nicht Zählen ? Das ist oft die Frage. Allerdings sollte man wissen, dass das Zählen von Zellen eine notwendige Maßnahme ist, um Stammkulturen und experimentelle Kulturen standardisiert und reproduzierbar zu kultivieren. Neben der klassischen manuellen Zählung mit Hematocytometern (z.B. Neubauer oder Thoma-Kammern) gibt es mittlerweile verschiedene Systeme zur automatisierten Zellzählung.

Die Zellzählung ist eine wichtige Grundlage für die Kontrolle des zellulären Wachstums über Wachstumskurven und natürlich ist das Ausplatieren der erste Schritt eines Assays. Eine präzise Zählung ist also eine wirklich wichtige Grundlage in der Zellkultur. Daher sind Zählungsmethoden und Zellzählgeräte (Counter) Thema in unserem Zellkultur Basiskurs und in den Fortbildungen Zellkultur Bioassays und QM in der Zellkultur.

 

Vergleich der Zell-Zählungs-Systeme

Zählart Vorteile Nachteile

Manuelle Zellzählung

Neubauerkammer

Trypanblaufärbung in Neubauerkammer

  • niedrige Investitionskosten
  • keine Wartungskosten
  • niedrige Kosten pro Zählung
  • Zellen während der Zählung sichtbar
  • Lebend/tot Bestimmung
  • schwerer zu standardisieren
  • statistisch das schlechteste Ergebnis, wenn nicht ausreichend Felder gezählt werden (0,1 bis 0,4 μl Probe werden normalerweise gezählt)
  • "anstrengende" Zählung besonders bei mehreren Zählungen
  • Schulung notwendig (einmalig) wird aber häufig ausgelassen oder unvollständig durchgeführt
  • Schwankungen zwischen Personen groß

Automatisiert:
Kammersystem

Zellzaehlgeraet Cellometer peqlab

  • einfacher zu standardisieren
  • statistisch mittleres Ergebnis, meist werden ca. 0,4 μl Probe gezählt
  • Schwankungen zwischen Personen nur entsprechend der Pipettier- und Messungenauigkeit
  • Zellen während der Zählung sichtbar
  • Lebend/tot Bestimmung
  • Zellgröße
  • mittel - hohe Investitionskosten
  • mittlere Wartungskosten
  • hohe Kosten pro Zählung
  • Schulung für evtl. Geräteeinstellung bei jeder/m neuen Linie bzw. Zelltyp
  • Einstellungen für neue Zelltypen komplexer

Automatisiert:
Kapillarsystem

Casy Zellzählgerät

  • einfacher zu standardisieren
  • mittlere Kosten pro Zählung
  • statistisch bestes Ergebnis, meist werden ca. 2 μl Probe gezählt
  • Schwankungen zwischen Personen nur entsprechend der Messungenauigkeit
  • kein Sondermüll (Trypanblau oder DNA-interkalierende Farbstoffe)
  • Lebend/tot Bestimmung
  • Zellgröße und Aggregation bestimmbar
  • mittel bis hohe Investitionskosten
  • mittlere bis höchste Wartungskosten
  • Schulung für evtl. Geräteeinstellung bei jeder/m neuen Linie bzw. Zelltyp
  • Einstellungen für neue Zelltypen relativ einfach
  • Zellen während der Zählung nicht sichtbar

 

Manuelle Zell-Zählung in der Zählkammer

Die Zählung von Zellen in der Neubauer- oder Thomakammer ist die kostengünstigste Variante der Zellzählung. Kammern gibt es von verschiedenen Herstellern; eine gute Übersicht über das Aussehen der Zählfelder findet man bei Optik Labor.

Allerdings ist diese Zählart am schwersten zu standardisieren: im Besonderen schwanken Ergebnisse von verschiedenen Personen stark. Darüber hinaus wird in den meisten Fällen nicht die vorgesehene Anzahl an Quadraten ausgezählt.

 

Automatisierte Zellzählung

Mittlerweile gibt es zahlreiche automatisierte Counter. Dabei reicht das Angebot von "einfachen" Countern bis zu Geräten, die neben der Zellzählung auch noch andere Funktionen erfüllen können. Automatisierte Mikroskope und Impedanzmessgeräte, die adhärente Zellen analysieren, haben wir nicht hier sondern unter Zellanalyse aufgenommen. Im folgenden eine kurze Übersicht über die Gerätekategorien:

Trypanblaufärbung in Neubauerkammer